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| Wichtiger Link: das Wiki des Historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus (HKWM) macht bereits knapp 800 Stichwort-Trailer des Wörterbuches digital verfügbar. Bitte verbreitet diesen Link. Volltext | ||
Über das InkriT und seine Projekte Ein Gespräch des Freien Radios für Stuttgart mit Frigga Haug und Wolfgang Fritz Haug (Nov. 2010) Audio (ca. 1 Stunde) |
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| Im März 2012 erscheint / Forthcoming | ||
ISBN 978-3-88613-339-4 366 Seiten, 19,50 portofrei (im Inland) bestellbar |
HIGHTECH-KAPITALISMUS IN DER GROSSEN KRISE Den transnationalen Hightech-Kapitalismus hat seine Große Krise im gleichen Alter ereilt wie achtzig Jahre zuvor den Fordismus die seine. Aus der damaligen stiegen die Ungeheuer des Nazismus, der Judenverfolgung und des Weltkriegs herauf. Wir können nicht wissen, was aus der neuen Großen Krise folgt. Aber wir können Triebkräfte, Strukturen, Bewegungsformen und Tendenzen der computerbasierten Produktionsweise und der von ihr in den Veränderungssog gezogenen Staatenwelt studieren.
Erster Teil: Die Finanzkrise Erscheinungsformen der Krise Theoretisches Intermezzo: Marxsche Krisenbegriffe Was ist neu an dieser Krise? Die Zeit der Spekulation Was meint >Finanzialisierung<? Flucht aus der Geldform in die Geldwarenform
Zweiter Teil: Die Hegemoniekrise Imperium oder Imperialismus Rekonstruktion der US-Hegemonie unter Obama? Hegemoniekämpfe in den USA Chimerika — das us-amerikanisch-chinesische Paradox China und die Welt nach Chimerika Hightech-Antikapitalismus und Krise der Demokratie
Vortrag zum Buch Hegemonie in der Grossen Krise (Video) 5. braunschweiger Gramsci-Tagen 7. Oktober 2011 |
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| Neuerscheinung / Recently published | ||
Elemente einer Philosophie des Kulturellen April 2011 ISBN 978-3-88619-409-4 336 Seiten, 19,50 € Rückentext |
Interview über "Die kulturelle Unterscheidung" Reinhard Jellen in Telepolis, 16.7.2011 "Indiana Jones der Kulturkritik" Besprechung der "Kulturellen Unterscheidung" in Deutschlandradio Kultur von Eike Gebhardt (Audio) Besprechung in "kultur-szene" Besprechung von Jens Kastner in Jungle World Besprechung von Thomas Barfuss in Wochenzeitung (WoZ) Zürich, September 2011 |
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| Neuere Veröffentlichungen / Recent books | ||
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Überarbeitete und um ein zweites Buch Warenästhetik im High-Tech-Kapitalismus erweiterte Neuausgabe April 2009 350 Seiten, 14 € ISBN 978-3-518-12553-3
Texte aus dem Anhang zu früheren Ausgaben und Übersetzungen sowie weitere Texte zu Warenästhetik, Kunst und Kultur finden sich unter Online-Texte Rezensionen Martin Jürgens (konkret, November 2011) Peter Jehle (Das Argument, Juli 2011) Helmut Mayer (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Mai 2010) Edelbert Richter (ND, 2010) Robert Misik (Berliner Kurier, 2009) Zum Ersten Buch in der Fassung von 1971: Lothar Baier
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Hamburg (Argument) 2006, 201 S. 15,50 € ISBN 978-3-88619-331-8 portofrei bestellen |
Hamburg (Argument) 2006. 270 S., 17,50 € ISBN 978-3-88619-330-1 portofrei bestellen |
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Die Coca-Cola-Tauben von Venedig
In Venedig wird eine
Ansichtskarte feilgeboten, die zugleich für diese Stadt und einen amerikanischen
Konzern wirbt. Sie zeigt den Markusplatz mit dem notorischen Heer von Tauben.
Die Tauben stellen sich dar in organisierter Form: In riesigen Charakteren
bilden sie den Namen Coca-Cola. Die Charaktere sind die des »gesetzlich
geschützten« Markendesigns. Die Vorlage für das Werbefoto
wurde dadurch hergestellt, dass die Manager das Markenzeichen mit Taubenfutter
durch angeheuerte Gelegenheitsarbeiter auf den Platz streuen ließen.
Die Tauben flogen nicht herbei, um das Markenzeichen zu bilden, sondern
um zu fressen. Das Futter wurde nicht gestreut, um die Tauben zu füttern,
sondern um sie auf seiner Spur als Statisten arbeiten zu lassen. Das Arrangement
ist den Tauben absolut fremd und äußerlich. Während sie
sich das Futter einverleiben, sind sie unters Kapital subsumiert und von
ihm einverleibt. Das Bild, Triumph kapitalistischer Werbetechnik, zeigt
sinnbildlich einen grundlegenden Aspekt des Kapitalismus. ... The Coca-Cola-Pigeons From Venice In Venice a picture postcard is on sale which advertises both the city and an American company. It shows St Mark's Square, empty of people, but with its famous flock of pigeons. The pigeons are sitting in an organized shape: in huge letters they form the name Coca-Cola. The letters are those of the 'copyright protected' trademark design. The lay-out for the advertising photo was achieved by the advertising manager hiring casual labourers to spread birdseed on the square in the shape of the trademark. The pigeons did not gather with the intention of forming the trademark but to satisfy their hunger. But equally the seed was not scattered to feed the pigeons but to employ them on its tracks as extras. The arrangement is totally alien and external to pigeons. While they are consuming their feed, capital is subsuming, and consuming, them. This picture, a triumph of capitalist advertising technique, symbolizes a fundamental aspect of capitalism. Critique of Commodity Aesthetics, pp. 117-118
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»Entra desnudo - saldrás vestido« »Tritt nackt herein - geh angezogen raus«
Wenn die im Ersten Buch geschilderte Coca-Cola-Werbeaktion, die auf dem Markusplatz in Venedig die Tauben das Firmen-Logo nachbilden ließ, ein Sinnbild für die Warenästhetik der fordistischen Ära war, so hat die spanische Bekleidungsfirma Desigual dem ein postfordistisches Sinnbild nachfolgen lassen. Die Kunden erhalten dabei Ware im Tausch gegen einen Werbeauftritt. […] Hier werden wir dazu bewegt, uns die Kleider vom Leib zu ziehen. »Entra desnudo - saldrás vestido«, »tritt nackt herein - geh angekleidet raus« - mit dieser Losung praktizierte die Firma »Desigual« (zu deutsch etwa »ungleich«) am 17. Februar 2006 in Barcelona den damals letzten Schrei der Werbung, das ambient marketing. Das Echo übertraf alle Erwartungen. Gratiskleidung sollte es für die ersten 100 geben, doch es kamen 500, die von fünf Uhr früh bis zur Ladenöffnung um neun Uhr Schlange standen. Man soll Bekleidung kaufen, das ist die Negation der Negation, die Entnacktung. Die Blöße als Folie macht es unnötig, mit besonderer Qualität zu werben. Wie die Nacktheit die Abwesenheit von Kleidung schlechthin, ist ihre Negation Kleidung als solche. Eine Losung wie »tritt nackt herein, geh angekleidet raus« rechnet damit, dass sich der Schwarm der Schnäppchenjäger über seine SMS-Buschtrommeln und seine Mund-zu-Mund-Propaganda selbst herbeiruft. Wie beim Schneeballsystem pflanzt sich die Losung dabei nichtlinear fort: Jeder Empfänger ist ein potenzieller Fokus eines weiteren Ambientes. Die nicht mitwirken, werden darauf aufmerksam und reden darüber. Wer schließlich mitwirkt, zahlt die Kleidung mit seiner Scham. Die Schamlosigkeit des Geschäfts wird den Pilot-Kunden zugeschanzt, die damit Aufsehen erregen und schließlich den Bilderbetrieb der sich übers Fernsehen identifizierenden Gesellschaft füttern. Sie werden Statisten eines Theaters, das man ihresgleichen vorspielt. (Kritik der Warenästhetik, Zweites Buch, S. 273f) |
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