Willkommen auf der Internet-Seite von Wolfgang Fritz Haug!       Zuletzt aktualisiert / Last update 8.Februar 2012

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Über das InkriT und seine Projekte

Ein Gespräch des Freien Radios für Stuttgart mit Frigga Haug und Wolfgang Fritz Haug

(Nov. 2010) Audio (ca. 1 Stunde)

 

Im März 2012 erscheint  / Forthcoming    

ISBN 978-3-88613-339-4

366 Seiten, 19,50

portofrei (im Inland) bestellbar

Inhaltsverzeichnis   

 

HIGHTECH-KAPITALISMUS IN DER GROSSEN KRISE

Den transnationalen Hightech-Kapitalismus hat seine Große Krise

im gleichen Alter ereilt wie achtzig Jahre zuvor den Fordismus die seine.

Aus der damaligen stiegen die Ungeheuer des Nazismus, der

Judenverfolgung und des Weltkriegs herauf.

Wir können nicht wissen, was aus der neuen Großen Krise folgt.

Aber wir können Triebkräfte, Strukturen, Bewegungsformen und

Tendenzen der computerbasierten Produktionsweise und der von ihr

in den Veränderungssog gezogenen Staatenwelt studieren.

 

Erster Teil: Die Finanzkrise

Erscheinungsformen der Krise

Theoretisches Intermezzo: Marxsche Krisenbegriffe

Was ist neu an dieser Krise?

Die Zeit der Spekulation

Was meint >Finanzialisierung<?

Flucht aus der Geldform in die Geldwarenform

 

Zweiter Teil: Die Hegemoniekrise

Imperium oder Imperialismus

Rekonstruktion der US-Hegemonie unter Obama?

Hegemoniekämpfe in den USA

Chimerika — das us-amerikanisch-chinesische Paradox

China und die Welt nach Chimerika

Hightech-Antikapitalismus und Krise der Demokratie

 

Vortrag zum Buch

Hegemonie in der Grossen Krise (Video)

5. braunschweiger Gramsci-Tagen 7. Oktober 2011

Neuerscheinung / Recently published    

Elemente einer

Philosophie des Kulturellen

April 2011 ISBN 978-3-88619-409-4

336 Seiten, 19,50 €  Rückentext

Inhalt  portofrei  bestellen

 

 

Interview über "Die kulturelle Unterscheidung"
sowie Kunst und Kultur zwischen Kommerzialisierung und politischer Überformung

Reinhard Jellen in Telepolis, 16.7.2011

English version

"Indiana Jones der Kulturkritik"

Besprechung der "Kulturellen Unterscheidung"

in Deutschlandradio Kultur

von Eike Gebhardt (Audio)

Besprechung in "kultur-szene"

Besprechung von Jens Kastner in Jungle World

Besprechung von Thomas Barfuss in Wochenzeitung (WoZ) Zürich, September 2011

Neuere Veröffentlichungen /   Recent books

  Überarbeitete und um ein zweites Buch

  Warenästhetik im High-Tech-Kapitalismus

  erweiterte Neuausgabe

  April 2009

  350 Seiten, 14

  ISBN 978-3-518-12553-3

             

  Inhaltsverzeichnis

  Vorwort zur Neuausgabe

  Einleitung zum zweiten Buch

  Texte aus dem Anhang zu früheren Ausgaben und Übersetzungen

  sowie  weitere Texte zu Warenästhetik, Kunst und Kultur finden sich   unter   Online-Texte

  Rezensionen

  Martin Jürgens (konkret, November 2011)

  Peter Jehle (Das Argument, Juli 2011)

  Helmut Mayer (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Mai 2010)

  Edelbert Richter (ND, 2010)  Robert Misik (Berliner Kurier, 2009)

  Zum Ersten Buch in der Fassung von 1971: Lothar Baier

 

 

Hamburg (Argument) 2006, 201 S. 15,50

ISBN 978-3-88619-331-8

portofrei  bestellen

Vorwort

 

Hamburg (Argument) 2006. 270 S., 17,50

ISBN 978-3-88619-330-1

Inhalt und Vorwort 

portofrei  bestellen  

   

Die Coca-Cola-Tauben von Venedig

 

In Venedig wird eine Ansichtskarte feilgeboten, die zugleich für diese Stadt und einen amerikanischen Konzern wirbt. Sie zeigt den Markusplatz mit dem notorischen Heer von Tauben. Die Tauben stellen sich dar in organisierter Form: In riesigen Charakteren bilden sie den Namen Coca-Cola. Die Charaktere sind die des »gesetzlich geschützten« Markendesigns. Die Vorlage für das Werbefoto wurde dadurch hergestellt, dass die Manager das Markenzeichen mit Taubenfutter durch angeheuerte Gelegenheitsarbeiter auf den Platz streuen ließen. Die Tauben flogen nicht herbei, um das Markenzeichen zu bilden, sondern um zu fressen. Das Futter wurde nicht gestreut, um die Tauben zu füttern, sondern um sie auf seiner Spur als Statisten arbeiten zu lassen. Das Arrangement ist den Tauben absolut fremd und äußerlich. Während sie sich das Futter einverleiben, sind sie unters Kapital subsumiert und von ihm einverleibt. Das Bild, Triumph kapitalistischer Werbetechnik, zeigt sinnbildlich einen grundlegenden Aspekt des Kapitalismus. ...
(Kritik der Warenästhetik, S. 168f)

The Coca-Cola-Pigeons From Venice

In Venice a picture postcard is on sale which advertises both the city and an American company. It shows St Mark's Square, empty of people, but with its famous flock of pigeons. The pigeons are sitting in an organized shape: in huge letters they form the name Coca-Cola. The letters are those of the 'copyright protected' trademark design. The lay-out for the advertising photo was achieved by the advertising manager hiring casual labourers to spread birdseed on the square in the shape of the trademark. The pigeons did not gather with the intention of forming the trademark but to satisfy their hunger. But equally the seed was not scattered to feed the pigeons but to employ them on its tracks as extras. The arrangement is totally alien and external to pigeons. While they are consuming their feed, capital is subsuming, and consuming, them. This picture, a triumph of capitalist advertising technique, symbolizes a fundamental aspect of capitalism.

Critique of Commodity Aesthetics, pp. 117-118

 

 
   

»Entra desnudo - saldrás vestido«

»Tritt nackt herein - geh angezogen raus«

 

Wenn die im Ersten Buch geschilderte Coca-Cola-Werbeaktion, die auf dem Markusplatz in Venedig die Tauben das Firmen-Logo nachbilden ließ, ein Sinnbild für die Warenästhetik der fordistischen Ära war, so hat die spanische Bekleidungsfirma Desigual dem ein postfordistisches Sinnbild nachfolgen lassen. Die Kunden erhalten dabei Ware im Tausch gegen einen Werbeauftritt. […] Hier werden wir dazu bewegt, uns die Kleider vom Leib zu ziehen. »Entra desnudo - saldrás vestido«, »tritt nackt herein - geh angekleidet raus« - mit dieser Losung praktizierte die Firma »Desigual« (zu deutsch etwa »ungleich«) am 17. Februar 2006 in Barcelona den damals letzten Schrei der Werbung, das ambient marketing. Das Echo übertraf alle Erwartungen. Gratiskleidung sollte es für die ersten 100 geben, doch es kamen 500, die von fünf Uhr früh bis zur Ladenöffnung um neun Uhr Schlange standen. Man soll Bekleidung kaufen, das ist die Negation der Negation, die Entnacktung. Die Blöße als Folie macht es unnötig, mit besonderer Qualität zu werben. Wie die Nacktheit die Abwesenheit von Kleidung schlechthin, ist ihre Negation Kleidung als solche. Eine Losung wie »tritt nackt herein, geh angekleidet raus« rechnet damit, dass sich der Schwarm der Schnäppchenjäger über seine SMS-Buschtrommeln und seine Mund-zu-Mund-Propaganda selbst herbeiruft. Wie beim Schneeballsystem pflanzt sich die Losung dabei nichtlinear fort: Jeder Empfänger ist ein potenzieller Fokus eines weiteren Ambientes. Die nicht mitwirken, werden darauf aufmerksam und reden darüber. Wer schließlich mitwirkt, zahlt die Kleidung mit seiner Scham. Die Schamlosigkeit des Geschäfts wird den Pilot-Kunden zugeschanzt, die damit Aufsehen erregen und schließlich den Bilderbetrieb der sich übers Fernsehen identifizierenden Gesellschaft füttern. Sie werden Statisten eines Theaters, das man ihresgleichen vorspielt. (Kritik der Warenästhetik, Zweites Buch, S. 273f)